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Der Tod der Marquise

Der Tod der Marquise

Beitragvon Marquis de Pompadour » 15. Apr 2009, 18:07

Heute vor 245 Jahren, also am 15. April 1764 (einem Palmsonntag), starb die Marquise in ihrem Appartement in Versailles. Eine hohe Ehre, die ihr der König gewährt hatte, denn eigentlich durfte niemand außerder königlichen Familie dort sterben.
Nachdem sie in ihren letzten Lebensjahren immer häufiger krank geworden war, verschlechterte sich ihr Zustand im Februar 1764, während eines Aufenthaltes in Choisy, zusehends. Der Arzt diagnostizierte eine schwere Lungenentzündung, die sich in den folgenden Tagen immer verschlechterte. Man stellte sich schon auf das Schlimmste ein, jedoch ging es der Marquise Ende März wieder besser und konnte schließlich nach Versailles zurückkehren. Am 7. April erlitt sie jedoch einen schweren Rückfall und ihr Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag mehr. Nachdem der König von ihr Abschied genommen hatte konnte sie schließlich die Sterbesakramente empfangen. In ihren letzten Stunden diktierte sie noch einige Zusätze für ihr Testament, indem ihr Bruder Alleinerbe war. In der Nacht vom 14. auf den 15. April nahm ihr der Pfarrer der Madleine-Kirche von La Ville-l'Evêque die Beichte ab und spendete ihr die letzte Ölung. Mit ihrer letzten Kraft übergab sie noch den Schlüssel zu ihrem Sekretär und wählte die Kutsche aus mit der ihr Leichnahm in ihr Stadtpalais überführt werden sollte.
Als sie ihre Kammerzofen umkleiden wollten lehnte sie dankend ab: "Ich weiß, dass Sie sehr geschickt sind, aber ich bin so schwach, dass Sie nicht berhindern könnten, mich leiden zu lassen, und das lohnt sich nicht für die kurze Zeit, die mir zu leben übrigbleibt."
Als der Pfarrer sich schließlich zurückziehen wollte, flüsterte sie ihm zu: "Noch einen Augenblick, Herr Pfarrer, wir werden gemeinsam gehen."
Das waren ihre letzten Worte, gegen sieben Uhr abends verstarb die mächtigste und berühmteste Mätresse der Geschichte.
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Re: Der Tod der Marquise

Beitragvon Alexandrine » 22. Apr 2009, 14:04

Passend zum Thema, hier das Testament der Marquise (1757):

> englisch
> französisch

:)
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Re: Der Tod der Marquise

Beitragvon Antoinette » 25. Apr 2009, 12:43

Ui, danke für das Testament. Muss ich bei Gelegenheit mal durchlesen :)
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Re: Der Tod der Marquise

Beitragvon Marquis de Pompadour » 25. Apr 2009, 14:17

Auch vielleicht ganz interessant die deutsche Übersetzung des Testamtents, zu finden im Buch "Mme de Pompadour - Briefe" übersetzt und herausgegeben von Hans Pleschinski

Ich, Jeanne Antoinette Poisson, Marquise de Pompadour, in Gütertrennung lebende Gattin des Charles Guillaume Lenormant, habe mein vorliegendes TEstament gemacht und meinen Letzten Willen niedergeschrieben, von dem ich wünsche, dass erin seinem ganzen Umfang ausgeführt werde:
Ich befehle meine Seele Gott und flehe ihn an, Erbarmen mit mir zu haben, mir meine Sünden zu verzeihen und mir die Gnade zu gewähren, dafür Buße zu tun und in einer Verfassung zu sterben, die Seiner Barmherzigkeit würdig ist; ich hoffe, Seiner Gerechtigkeit durch die Verdienste des kostbaren Blutes Jesu Christi, meines ERlösers, und durch die mächtige Hilfe der Heiligen Jungfrau und aller Heiligen teilhaftig zu werden.
Ich wünsche, dass mein Körper ohne Feierlichkeit nach Paris zu den Kapuzinern an der Place Vendôme gebracht und dort in der Gruft beigesetzt werde, die mir in ihrer Kapelle gewährt worden ist.
Ich hinterlasse Monsieur Collin aus Dankbarkeit für seine Treue zu meiner Person eine Pension von 6000 Livres, Monsieur Quesnay 4000 Livres, Monsieur Nesmes 3000 Livres, Monsieur Lefèvre 1200; meinen drei Kammerfrauen, Mademoiselle JEanneton, meinen drei Kammerdienern, meinen Köchen und Bediensteten, dem Haushofmeister, dem Kellermeister und dem Pförtner für jedes Dienstjahr eine Lebensrente von zehn Prozent aus einem Fonds von 500 Livres - um es klarer zu sagen: Mme Labbary ist seit zwölf Jahren in meinen Diensten; wenn ich in diesem Augenblick stürbe, würde man ihr 12 mal 10 Prozent von 500 Livres des Fonds, also 600 Livres, als Rente auszahlen, eine Summe, die sich mit jedem Dienstjahr um 50 Livres erhöht. Ferner hinterlasse ich meinen Lakaien, Kutschern, Schweizern, Trägern, Pförtnern, Gärtnern, Garderobenfrauen und Zofen je einen Fonds von 300 Livres, deren Zinsen man ihnen auszahlen wird. Sowie meinen übrigen Dienstboten, die nicht zu diesen beiden Gruppen gehören, je einen Fonds von 150 Livres, aus denen man ihnen eine Rente auszahlen wird. Überdies bestimme ich, dass alle Pensionen und Stiftungen, die zu meinen Lebzeiten eingesetzt worden sind, gänzlich beibehalten werden.

Meine Kammerfrauen gebe ich alles, was meine Garderobe an Roben, Wäsche und Kleidungsstücken umfasst, die Spitzen inbegriffen. Zu den Leibrenten erhalten an Gratifikationen außerdem meine Dritte Kammerfrau 3000 Livres, die Garderobenfrau, die mich täglich bediente, 1200 Livres und meine drei Kammerdiener 3000 Livres.
Ich beschwöre den König, als Geschenk mein Haus in Paris anzunehmen, das geeignet ist, einem seiner Enkel als Palais zu dienen. Ich wünsche, dass es für Monseigneur le Comte de Provence vorgesehen werde. Ferner bitte ich Seine Majestät, all meine von Guay geschliffenen Steine von mir anzunehmen, ob nun Armbänder, Ringe, Siegel oder anderes, und damit seine Sammlung bearbeiteter Edelsteine zu vergrößern.
Was den Rest meiner Mobilien, Immobilien und Güter betrifft, welcher Art sie auch sein und an welchem Ort sie liegen mögen, so gebe und vermache ich sie Abel-Francois Poisson, Marquis de Marigny, meinem Bruder, den ich zu meinem Universalerben ernenne; im Fall seines Todes setze ich an seine Stelle Monsieur Poisson de Malvoisin, Quartiermeister bei der Armee, derzeit Brigardekommandant der Füsiliere, sodann seine Kinder.
Zum Vollstrecker dieses meines Testaments bestimme ich Monsieur de Soubise, den ich ermächtige, alles zu unternehmen und zu tun, was zur vollkommenen Durchführung meines Letzten Willens nötig sein wird. Im besonderen möge er jeneFonds, Renten und Wertpapiere meines Nachlasses auf listen, di er für geeignet hält, alle Pensionen zu decken, die ich hinterlassen habe; sollten keine entpsrechenden Werte vorhanden sein, so bevollmächtige ich Monsieur de Soubise, meinen Barbesitz heranzuziehen, aus dessen Zinsen besagte Pensionen bezahlt und alle jene Personen entlohnt werden sollen, die mit der Durchführung dieser Bestimmung betraut werden. Ich erkläre ausdrücklich, dass über die obengenannte Verfügung hinaus die betroffenen Erben weder irgendwelche Ansprüche erheben noch Privilegien oder Hypotheken auf andere Güter meines Nachlasses erhalten können.

Wie mühevoll dieser Auftrag für Monsieur de Soubise auch sein mag, so diene er ihm doch als sicherer Beweis des Vertrauens, das seine Redlichkeit und seine Tugenden mir eingeflößt haben. Ich bitte ihn, zwei meiner Ringe anzunehmen, und zwar den großen aquamarinblauen Diamanten und den Stein, auf dem Guay die Freundschaft dargestellt hat. Ich schmeichle mir, dass er sich nie von ihnen trennen wird und dass sie ihn an jene Frau erinnern werden, die ihm die zärtlichste Freundschaft der Welt entgegengebracht hat.
Gegeben zu Versailles, 15. Februar 1757.
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Re: Der Tod der Marquise

Beitragvon Marquis de Pompadour » 25. Apr 2009, 14:28

Und hier noch die Zusätze:


Zum Nacherben meines Marquisats Menars samt der Pairswürde und allen Liegenschaften, das ich meinem Bruder Abel-Francois Poisson, Marquis de Marigny, vermacht habe, setze ich dessen erstgeborenen Sohn und dessen jeweils ältesten männlichen Nachkommen ein. Falls mein Bruder nur Töchter hat, soll der Besitz zwischen ihnen geteilt werden; die Bestimmung über die fernere Nacherbenschaft ist dann ungültig.
Falls mein Bruder ohne Nachkommen stirbt, setze ich an seine Stelle zu selben Bedingungen Monsieur de Malvoisin, derzeit Brigardekommandant der Füsiliere.
30. März 1761



Es ist mein Wille, dass die nachstehenden Personen als Zeichen meiner Freundschaft und damit sie meiner gedenken aus meinem Besitz folgendes erhalten:
Mme du Roure das Portrait meiner Tochter in einem diamantenbesetzten Kästchen; die Marschallin de Mirepoix meine neue mit Diamanten besetzte Uhr; Mme de Châteaurenaud ein Kästchen mit dem diamantenbesetzten Portrait des Königs, das man mir dieser Tage liefern sollte; die Duchesse de Coiseul eine silberne, mit Diamanten besetzte Dose; die Duchesse de Gramont eine Dose mit einem diamantenen Schmetterling; der Duc de Gontaut einen Trauring aus rosafarbenen und weißen Diamanten, die von einem grünen Band umfaßt sind, dazu ein Kästchen aus Karneol, das er immer sehr geliebt hat; der Duc de Choiseul eine durchbrochene schwarze Schatulle mit mehreren Fächern; Monsieur de Soubise, wie schon erwähnt, einen aquamarinblauen Diamanten und einen Ring von Guay, der die Freundschaft darstellt, ein Portrait unserer unwandelbaren Beziehung während der zwanzig Jahre, die ich ihn kenne; Mme d'Amblimont meinen Smaragdschmuck.
Falls ich irgend jemanden von meinen Bediensteten bei meinen Verfügungen vergessen haben sollte, so bitte ich meinen Bruder es auszugleichen.
Ich bestätige hiermit mein Testament und hoffe, dass mein Bruder auch diesen zweiten Zusatz gutheißen wird, den mir die Freundschaft diktiert hat un den ich durch Monsieur Collin habe schreiben lassen, da ich nur noch die Kraft hatte, ihn zu unterzeichnen.
Zu Versailles am 15. April 1764


alle beide entnommen aus: "Mme de Pompadour - Briefe" übersetzt und herausgegeben von Hans Pletschinski
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